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Ein Blickfang für die Welt des Winzigen
14.10.2026 / Fünf Stelen aus Glas, inspiriert von den Farben und Formen mikroskopischer Bilder, werden künftig den Haupteingang des Imaging Innovation Center zieren. Die Künstlerin Julia Lohmann hat mit ihrer Installation „Innenall“ einen Wettbewerb gewonnen, den das Max Delbrück Center ausgelobt hatte.
Sie leuchten in allen Farben des Regenbogens und lassen erahnen, was sich hinter den schlichten weißen Wänden des Imaging Innovation Center (IIC) verbirgt: Für die abstrakten Formen ihrer fünf handbemalten Stelen aus Glas, die künftig auf dem Platz vor dem Haupteingang des neuen Forschungsgebäudes des Max Delbrück Center auf dem Campus Berlin-Buch stehen werden, hat sich Julia Lohmann von der Welt der Mikroskopie inspirieren lassen.
Mit ihrer Installation „Innenall“ ist die deutsche Künstlerin und Professorin für Praktiken zeitgenössischen Designs an der finnischen Aalto-Universität in Helsinki als Siegerin des Wettbewerbs „Kunst am Bau“ hervorgegangen, den das Max Delbrück Center im Juni 2026 ausgelobt hatte. Mit der Initiative möchte das Zentrum moderne Forschungsarchitektur und zeitgenössische Kunst verbinden. Um ihren Entwurf umzusetzen, stehen Julia Lohmann nun 110.000 Euro zur Verfügung. Sieben weitere Künstler*innen hatten ihre Werke eingereicht.
Mikroskopie erfahrbar machen
Die Preisrichter*innen um die Vorsitzende Ulrike Kremeier, Direktorin des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst, entschieden sich für „Innenall“. Überzeugt hat sie die „zutiefst persönliche und künstlerische Handschrift“ der Formen und Strukturen auf den Glaspaneelen. Die Anordnung der einzelnen Elemente lasse zudem verschiedene Ebenen entstehen, die den Betrachtenden die Methoden der Mikroskopie „vermitteln und erfahrbar machen“, heißt es in ihrer Begründung.
Neben der Installation von Julia Lohmann prämierte das Preisgericht drei weitere Werke, die das Künstlerduo Banz von Rosen aus Berlin sowie die in Wien beziehungsweise Berlin lebenden Künstler*innen Toni Schmale und Mariechen Danz geschaffen haben. Die vier Ausgezeichneten erhalten ein Preisgeld von je 1.250 Euro.
In einer Ausstellung im Foyer des Max Delbrück Communications Center (MDC.C) vom 03. bis zum 16. November 2026 werden alle acht Werke zu sehen sein, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Die offizielle Eröffnung, zu der sämtliche Beteiligten der Initiative sowie interessierte Mitarbeitende des Max Delbrück Center eingeladen sind, ist am 02. November 2026 um 17.30 Uhr.
Wie durch offene Fenster
Die Stelen der Erstplatzierten Julia Lohmann sind 2,50 Meter hoch und bestehen aus jeweils zwei aneinander laminierten Glasscheiben, die die Künstlerin innen zum Teil mit lichtundurchlässigen und zum Teil mit durchscheinenden Glasfarben in verschiedenen Techniken bemalt hat. Die Farben sind dauerhaft in das Glas eingebrannt und werfen im Tageslicht bunte Schatten auf den Boden.
Die fünf Elemente der Installation stehen mit etwas Abstand und in spitzen Winkeln zueinander. Durchsichtige Aussparungen in den einzelnen Stelen geben den Blick auf die nächste frei. „So sollen sie wie geöffnete Fenster Einblicke in die Arbeit des IIC ermöglichen“, erklärt Julia Lohmann. „Die Betrachter*innen sind eingeladen, selbst Teil des Mikrokosmos zu werden, indem sie zwischen die Stelen treten und durch sie hindurchschauen.“ Mit der Abstraktion ihrer Motive wolle sie zudem eigene Entdeckungen zulassen, Fragen aufwerfen und Raum für Interpretationen lassen, fügt die Künstlerin hinzu.
Inspiriert zu ihrem Werk haben Julia Lohmann mehrere Gespräche mit den Wissenschaftler*innen des IIC, die ihr von ihrer Arbeit und ihrer Motivation erzählt haben. Auch sie haben sich lobend zu der Installation geäußert, da sie einen emotionalen Zugang zu ihrem Forschungsfeld ermögliche.
In dem neuen Gebäude des Max Delbrück Center werden die Teams der Technologie-Plattformen aus dem Bereich Imaging mit verschiedenen Arbeitsgruppen zusammenarbeiten, um bildgebende Technologien weiterzuentwickeln. Dabei kombinieren sie modernste mikroskopische Verfahren mit Data Science und Künstlicher Intelligenz.
Ausstellungseröffnung:
Wann: 02.11.2026, 17.30 Uhr
Wo: MDC.C, Foyer im Erdgeschoss, Robert-Rössle-Straße 10, 13125 Berlin
Im Anschluss wird die Ausstellung vom 03. bis zum 16.11.2026 werktags zwischen 9 und 17 Uhr für alle Interessierten offen sein.
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Medizin von morgen durch unsere Entdeckungen von heute zu verändern. An unseren Standorten in Berlin-Buch, Berlin-Mitte, Heidelberg und Mannheim arbeiten unsere Forschenden interdisziplinär zusammen, um die Komplexität von Krankheiten auf Systemebene zu entschlüsseln – von Molekülen und Zellen bis hin zu Organen und dem gesamten Organismus. In Partnerschaften mit Wissenschaft, Klinik und Industrie sowie in globalen Netzwerken streben wir danach, biologische Erkenntnisse in Anwendungen zu überführen, um gesundheitliche Abweichungen früh zu erkennen, personalisierte Therapien zu entwickeln und letztendlich die Prävention von Krankheiten zu ermöglichen. Das 1992 gegründete Max Delbrück Center inspiriert und fördert heute einen vielfältigen Talentpool von rund 1.800 Menschen aus mehr als 70 Ländern. Wir werden zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Land Berlin finanziert.
Quelle: Pressemitteilung Max Delbrück CenterEin Blickfang für die Welt des Winzigen