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Roland Eils folgt Ruf nach Berlin und wird Gründungsdirektor des neuen BIH-Zentrums Digitale Gesundheit

28.03.2018 / Am 1. April 2018 tritt Professor Roland Eils die Professur auf Lebenszeit für Digitale Gesundheit am Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin an. Eils übernimmt damit eines der zentralen wissenschaftlichen Schwerpunktthemen des BIH.

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Bildnachweis: BIH/David Ausserhofer

Die digitale Medizin gilt als Medizin der Zukunft: Neue Methoden und Technologien in Kombination mit neuen digitalen Daten aus dem Labor und vom Krankenbett ermöglichen präzisere Vorhersagen und personalisierte Therapiemöglichkeiten. Das BIH hat das Ziel diese revolutionären digitalen Innovationen schneller in die medizinische Praxis zu führen und etabliert dafür das neue BIH-Zentrum Digitale Gesundheit. Mit Professor Roland Eils gewinnt das BIH jetzt einen ausgewiesenen Experten für biomedizinische Informatik, Genomik und personalisierte Medizin für die Leitung dieses Zentrums. „Professor Eils wird bislang getrennte Datenlandschaften aus der biomedizinischen Forschung und klinischen Ver­sorgung zusammenführen und deren Daten analysieren und bearbeiten. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir ihn für das BIH und diese Schlüsselposition gewinnen konnten“, sagt Professor Martin Lohse, Sprecher des BIH-Vorstands und Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). „Ziel meiner Forschung ist es, mittels molekularer und bildbasierter Daten komplexe krankheitsrelevante Prozesse zu verstehen“, sagt Roland Eils. „Wenn wir diese Daten mit klinischen Verläufen zusammenbringen, bekommen wir ein präziseres Bild einer Erkrankung und Patienten können in Zukunft zuverlässigere Diagnosen erhalten.“ Eils setzt dafür auf Methoden der künstlichen Intelligenz, der Big-Data-Analytik und der mathematischen Modellierung.

Ein Experte für Netzwerke
In den vergangenen Jahren hat Roland Eils die Bioinformatik- und Medizininformatik-Aktivitäten in Deutschland forciert. Heute ist er Koordinator des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Medizininformatik-Konsortiums HiGHmed. Das Konsortium verbindet drei international führende und komplementär aufgestellte medizinische Fakultäten und Universitätsklinika: Heidelberg, Göttingen und Hannover. Die Erweiterung um den Standort Berlin und vier weiteren Universitätskliniken ist bereits geplant. „Professor Eils ist ein Experte für Netzwerke, er baut diese auf und bringt sie voran. Mit seiner Expertise und seinem Forschungsprofil wird er die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Berliner Digital-Health-Community prägen“, sagt Professor Axel Radlach Pries, Dekan der Charité.

Digitale Gesundheit „made in Berlin“
Roland Eils hat sich für die Forschung in Berlin viel vorgenommen. Er will den Berliner Forschungsraum zu einem gemeinsamen Datenraum ausbauen und einen „hub“ für Digitale Gesundheit schaffen. Zudem hat er das ehrgeizige Ziel die Infrastruktur der digitalen Gesundheit so zu skalieren, dass die riesige Datenflut aus Forschungsdaten und Daten der Krankenversorgung effizient genutzt werden kann. Schon heute prozessiert sein Labor Tag für Tag genauso viele Daten wie Twitter weltweit an Kurznachrichten. Der Mathematiker und Molekularbiologe nutzt dabei seine Erfahrungen aus dem erfolgreichen Aufbau zahlreicher nationaler und internationaler Konsortien der biomedizinischen Informatik und Genomik. Zudem hat er in Heidelberg vor zehn Jahren das Zentrum BioQuant gegründet, das die systembiologischen Forschungsaktivitäten der Region Heidelberg zusammenbringt. Heute forschen dort 40 Arbeitsgruppen.

Arbeitsbeginn im April 2018
Roland Eils wird zum 1. April 2018 nach Berlin wechseln und seine Arbeit am BIH mit wissenschaftlicher Spitzenposition als „BIH Chair“ aufnehmen. Eils arbeitet aktuell noch in Heidelberg. Er leitet die Abteilung „Theoretische Bioinformatik“ am Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ und ist Direktor der Abteilung „Bioinformatik und Funktionelle Genomik“ an der Universität Heidelberg. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er es dort geschafft, die Genomsequenzierung aus der Grundlagenforschung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen und somit einen bedeutsamen Beitrag zur präzisen Krebsdiagnostik und zielgerichteten Therapie von Krebspatienten zu leisten. Roland Eils wurde mit mehreren Preisen für seine Forschung ausgezeichnet, darunter den BioFuture Preis, den Mircrosoft Research Award und den Heidelberg Molecular Life Sciences Investigator Award. Zudem gründete er zwei Unternehmen im Bereich der digitalen Gesundheit und ist ein gefragter Berater für Unternehmen und Institutionen der Gesundheitssparte.

Zukunftsweise Forschungsthemen und Rekrutierungen
Die Berufung auf die Professur Digitale Gesundheit und „BIH Chair“ ist Teil der „BIH-Strategie 2026“, die der Vorstand 2016 entwickelt hat. Die Strategie definiert die wesentlichen Schwerpunkte, in denen sich das BIH weiterentwickeln will. Neben Digitalisierung sind das die Schwerpunkte Patientenbeteiligung, Multiskalen-Genomik sowie humanisierte Modelle und Zellengineering. Die Berufung von Roland Eils ist die erste erfolgreiche Rekrutierung für diese Themen.

Über das Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH)
Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung | Berlin Institute of Health (BIH) ist eine Wissenschaftseinrichtung für Translation und Präzisionsmedizin. Das BIH widmet sich neuen Ansätzen für bessere Vorhersagen und neuartigen Therapien bei progredienten Krankheiten, um Menschen Lebensqualität zurückzugeben oder sie zu erhalten. Mit translationaler Spitzenforschung und Innovationen ebnet das BIH den Weg für eine nutzenorientierte personalisierte Gesundheitsversorgung. Die Gründungsinstitutionen Charité – Universitätsmedizin Berlin und Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) sind im BIH eigenständige Gliedkörperschaften

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