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Jahrgangsbeste: Véronique Gebala vom MDC gewinnt Helmholtz-Doktorandenpreis

23.09.2016 / Jedes Jahr zeichnet die Helmholtz-Gemeinschaft die besten Doktorarbeiten in ihren Forschungsbereichen aus – von Energieforschung bis Schlüsseltechnologien. Der diesjährige Preis im Forschungsbereich Gesundheit geht an eine Doktorandin am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC): Véronique Gebala aus der Forschungsgruppe um Prof. Holger Gerhardt. Der Doktorandenpreis an Gebala und fünf weitere Doktoranden wurde von Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka und Helmholtz-Präsident Prof. Otmar D. Wiestler im Rahmen der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 22. September in Berlin verliehen.

Doktorandenpreis2016

Die Preisträger des Helmholtz-Doktorandenpreises 2016 mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Helmholtz-Präsident Otmar D. Wiestler. Bild: Marco Urban/Helmholtz

Der Doktorandenpreis der Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 5.000 Euro dotiert, und hinzu kommt eine Reisepauschale, um den Nachwuchswissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt im Ausland zu ermöglichen. Für ein halbes Jahr werden 2.000 Euro pro Monat gezahlt, um eine andere Einrichtung zu besuchen; wer die Helmholtz-Gemeinschaft verlassen hat, kann mit dem Preisgeld jedes beliebige Helmholtz-Institut besuchen, um ein gewünschtes Forschungsgebiet zu verfolgen.

In ihrer Doktorarbeit entdeckte Véronique Gebala einen neuen Mechanismus, durch den während der Ausbildung des Kreislaufsystems frische Blutgefäße sprießen. In diesem Angiogenese genannten Prozess wachsen neue Adern, um Nährstoffe für wachsende Gewebe zu liefern.

Während der Angiogenese beginnen Blutgefäßzellen, die Endothelzellen, aus dem Gefäß herauszuwachsen. Mehrere solcher Aussprießungen schließen sich in bogenförmigen Strukturen zusammen und formen gleichzeitig den Hohlraum, durch den dann das Blut fließt.

Ihre Arbeit begann Gebala, als die Forschungsgruppe um Prof. Holger Gerhardt noch am Cancer Research UK London Research Institute (heute Francis Crick Institute) angesiedelt war. Damals war die vorherrschende Hypothese, dass kleine, Vakuolen genannte Hohlräume innerhalb der Endothelzellen zu größeren Räumen fusionierten und sich irgendwann zur Zellmembran öffneten, um einen Kanal zwischen den Zellen zu bilden.

„Beim Versuch, solche Fusionen in den Zellen zu beobachten, konnten wir allerdings keine entdecken. Wir begannen uns zu fragen, ob bei den früheren Studien etwas übersehen wurde, vielleicht wegen der geringen Auflösung der bildgebenden Verfahren“, erklärt sie. „Ich nahm also ein anderes Gerät, ein Spinning-Disc-Konfokalmikroskop, das ganze Felder bei wesentlich höherer räumlicher und zeitlicher Auflösung darstellen kann.“

In ihrer Arbeit enthüllte Gebala einen ganz neuen Mechanismus, mit dessen Hilfe sich der Hohlraum des neu entstehenden Blutgefäßes bildet: Der Blutstrom presst auf die Oberfläche der Endothelzellen des Gefäßes – wie ein Finger, der in einen Ballon drückt. Die meisten dieser Deformationen werden irgendwann durch die Fasern des Zellskeletts wieder beseitigt. Einige jedoch bleiben und bahnen einen Weg durch die Zelle – ein Hohlraum entsteht. Die Doktorarbeit beschreibt auch, wie die Zelle ihr Zellskelett auf molekularer Ebene steuert.

Am anstrengendsten beim Schreiben der Dissertationsschrift war laut Véronique Gebala das Durchforsten der riesigen Mengen an Hintergrundliteratur. Zur Angiogenese liegen sehr viele Forschungsarbeiten vor, weil sie in der Entwicklungsbiologie und bei Erkrankungen eine so wichtige Rolle spielt. Bei der Embryonalentwicklung ebenso wie bei Krebs ist die Blutgefäßbildung beschleunigt, um rasch wachsende Gewebe zu versorgen.

Quelle: MDC

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