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Michael Gotthardt erhält W3-Professur von Charité und MDC

15.09.2016 / Der Herz-Kreislaufforscher und Molekulargenetiker Prof. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat am 1. September 2016 eine W3-Professur für „Experimentelle und Translationale Kardiologie“ an der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit dem MDC angetreten. Zuvor hatte der MDC-Gruppenleiter eine W2-Professur inne.

Mithilfe seiner Forschung möchte Prof. Michael Gotthardt das Leben von Patienten mit Herzerkrankungen verbessern, bei denen die Füllungsfunktion der Herzkammer eingeschränkt ist. Es gibt keine geeignete Therapie, um der zunehmenden Zahl von Erkrankten zu helfen – insbesondere Frauen und älteren Personen. Um die mechanische Funktion des Herzens und damit die Füllung zu verbessern, möchte die Arbeitsgruppe um Michael Gotthardt das Riesenprotein Titin als Ziel zukünftiger Therapien zugänglich machen.

Herausragende wissenschaftliche Beiträge seiner Arbeitsgruppe umfassen die Entdeckung eines Splicing-Faktors für das Titin-Protein, welcher für Erkrankungen im Menschen relevant ist. Des Weiteren entwickelte sein Team Tiermodelle, an denen man die Biomechanik von Titin im Herzen und Skelettmuskel untersuchen kann. Für seine Forschung erhielt Gotthardt im Jahr 2001 den Sofja Kovalevskaja-Preis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, sowie 2012 einen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC).

Als Mediziner an das MDC
Michael Gotthardt hat den größten Teil seiner wissenschaftlichen Laufbahn am MDC verbracht. Als Doktorand der Medizin arbeitete er bereits 1992 mit Prof. Michael Strauss an gentherapeutischen Verfahren, denn „es erschien als eine großartige Chance, um das Leben von Patienten mit verheerenden Krankheiten zu verbessern.“

Während seiner Doktorarbeit und als Postdoktorand arbeitete Michael Gotthardt in der Abteilung für Molekulare Genetik am UT Southwestern Medical Center der University of Texas in den USA. Dort untersuchte er multifunktionelle Rezeptoren der LDL-Rezeptor-Genfamilie und begann seine Forschung am Riesenprotein Titin mithilfe von genetischen und biomechanischen Analysen an Mäusen.

2001 erhielt Michael Gotthardt eine Förderung von den US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), mit der er seine Arbeitsgruppe an der Washington State University aufbaute. Mit Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung kehrte er 2002 als Alexander von Humboldt Fellow wieder zurück an das MDC und etablierte dort eine Juniorgruppe mit dem fachlichen Schwerpunkt der neuromuskulären und kardiovaskulären Zellbiologie.

Michael Gotthardt ist weiterhin mit der Abteilung für Zelluläre und Molekulare Medizin der US-amerikanischen University of Tucson, Arizona affiliiert. Am MDC ist er in das Forschungsprogramm Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen eingebunden.

Neben seiner translationalen Forschung lehrt der Wissenschaftler an der Charité und auf dem Campus in Berlin-Buch. Als Sprecher des TransCard-Programms engagiert er sich für die Stärkung des translationalen Ansatzes der Forschung am MDC.

Das Max-Delbrück-Centrum
Das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) wurde im Januar 1992 auf Empfehlung des Wissenschaftsrats gegründet, um molekulare Grundlagenforschung mit klinischer Forschung zu verbinden. Es wurde nach dem Physiker, Biologen und Nobelpreisträger Max Delbrück benannt. Das MDC hat derzeit mehr als 1.600 Beschäftigte aus nahezu 60 Ländern, davon sind mehr als 1.300 in der Wissenschaft tätig. Das Budget des MDC beträgt über 80 Millionen Euro, hinzu kommen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eingeworbene Drittmittel in zweistelliger Millionenhöhe. Das MDC wird, wie alle Helmholtz-Einrichtungen, zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent vom Sitzland finanziert.


Medienkontakt
Vera Glaßer
Leiterin Abteilung Kommunikation (kommissarisch) 
030 94062120
vera.glasser@mdc-berlin.de

 

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