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Motivation durch Sport und Bewegung

27.06.2016 / Campus Berlin-Buch startete ein Modellprojekt für ein gemeinsames betriebliches Gesundheitsmanagement. Interview mit Verantwortlichen in beteiligten Campuseinrichtungen und -firmen.

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CampusVital lädt dazu ein, den Arbeitsalltag aufzulockern. (Foto: Marko Bußmann/BBB Management GmbH Campus Berlin-Buch)

Dr. Ulrich Scheller, die BBB Management GmbH hat kürzlich ein Modellprojekt für ein betriebliches Gesundheitsmanagement auf dem Campus Berlin-Buch gestartet. Worum geht es dabei?
Im Februar dieses Jahres haben wir einen Kooperationsvertrag mit der Techniker Krankenkasse (TK) abgeschlossen, der den Aufbau eines campusweiten betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) vorsieht. Die TK unterstützt uns zwei Jahre lang finanziell und inhaltlich dabei, nachhaltige Strukturen aufzubauen, um die Gesundheit der Campusbeschäftigten zu fördern. Ziel ist es, einrichtungsübergreifend erfolgversprechende und bedarfsorientierte Maßnahmen zu verankern. Das Angebotsspektrum ist dabei recht groß. Es reicht von der Organisation der Arbeit oder Ergonomie am Arbeitsplatz über Sportkurse, Workshops zur Stressbewältigung, Ernährung bis hin zu Führungskräftetrainings.
Die Forschungseinrichtungen und Unternehmen haben bereits seit September 2014 erste Maßnahmen zur Gesundheitsförderung umgesetzt: Es entstand das Präventions- und Fitnessangebot „CampusVital“, und im Rahmen eines Pilotprojekts wurde das „Gesundheitsticket“ eingeführt. Mit diesem Ticket konnten Campusbeschäftigte Bewegung und Sport im Arbeitsalltag integrieren oder individuelle Kurse am Wohnort besuchen. Arbeitgeber und die TK unterstützen dies auch weiterhin. Nun geht es darum, gesundheitsförderliche Strukturen und Aktivitäten im Arbeitsumfeld weiter zu stärken. Sport und Bewegung sollen auch das soziale Miteinander der Beschäftigten aus über 60 Nationen auf dem Campus fördern. Die Teilnahme an sportlichen Wettbewerben ist dabei genauso im Fokus wie Segeltörns, Radexkursionen und gemeinsam gestaltete Gesundheitstage. Mit dem gemeinsamen Thema „Gesundheit“ wollen wir den international renommierten Forschungs- und Biotechnologiecampus noch stärker als attraktiven Arbeitsstandort profilieren.

Was ist das Besondere an diesem Projekt, was ist einzigartig?
Der Campus hat etwa 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bietet eine interessante Mischung aus öffentlichen  Einrichtungen und privaten Firmen. Für einen derart komplexen Wissenschafts- und Technologiepark eine lebendige und effektive BGM-Struktur aufzubauen, die Akteure einzubinden, die Prozesse zu organisieren und eine Betreiberstruktur für ein Präventions- und Fitnesscenter dauerhaft wirtschaftlich zu untersetzen, kann beispielgebend für die Management- und Versorgungsstrukturen anderer Technologieparks sein.
Bundesweit fördert bereits circa ein Drittel aller Großkonzerne die Gesundheit seiner Beschäftigten. Bei den klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind es lediglich fünf Prozent. Die erste Herausforderung für uns besteht darin, mindestens ein Drittel der 60 KMUs auf dem Campus bis Ende 2017 dafür zu gewinnen, an Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung teilzunehmen. Schon drei Monate nach Projektstart wurde das GesundheitsTicket vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), dem Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), der Charité sowie sechs Firmen genutzt.
Aus diesen Einrichtungen haben über 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gesundheitsticket erworben. Der Zuschuss der TK und ein Eigenanteil der Firmen von mindestens fünf Euro pro Beschäftigtem waren sicher entscheidend für die hohe Resonanz.

Frau Bauer, als Gesundheitsmanagerin des Campus betreuen Sie seit 2014 das Präventions- und Fitnessangebot von CampusVital. Was ändert sich durch die Einführung des BGM für Sie und die Campusmitarbeiter?
Nach der Pilotphase sind wir im September 2015 mit einem neuen Betreiber, dem Berliner Gesundheits- und Präventionsdienstleister „Die Wohlfühler“, gestartet. Beauftragt und finanziell unterstützt von den Campuseinrichtungen, hat sich das Sportangebot deutlich erweitert. Im Rahmen des BGM-Projekts können wir die Einrichtungen und Unternehmen dabei unterstützen, Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung individuell zu integrieren, ohne ein eigenes Management dafür aufzubauen. Dies spart Zeit, Kapazitäten und Gelder. Derzeit stellen wir den Führungskräften vor, welche Möglichkeiten das BGM-Projekt bietet. Welche Maßnahmen letztlich passend für die einzelnen Unternehmen sind, finden wir gemeinsam im Gespräch heraus. Wichtig ist mir auch, zu erwähnen, dass wir die Maßnahmen prozessbegleitend evaluieren. Zu den bisherigen Sport-, Massage- und Präventionskursangeboten kommen nun Maßnahmen wie Bedarfsanalysen, „Bewegte Pause“ im Unternehmen, „Gesunde Führung“ und auch Maßnahmen der Teambildung hinzu. Wir planen auch Gesundheitssprechstunden, Gesundheitstage zu breiteren Themen und Coachings für die Beschäftigten.

Frau Lafuente, warum unterstützen Einrichtungen wie das MDC und FMP dieses
Modellprojekt?
In erster Linie ist uns wichtig, im Wettbewerb mit anderen Standorten ein attraktives Umfeld für exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu bieten. Das MDC und das FMP engagieren sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sport- und Präventionsangebote sind eine weitere Möglichkeit, unseren Beschäftigten gute Rahmenbedingungen anzubieten. Traditionell sind Mannschaften des MDC und FMP bei Läufen in Berlin, dem Vitallauffest in Buch oder bei Tischtennismeisterschaften dabei. CampusVital hat bereits ein vielfältiges Angebot etabliert, das für jeden etwas bietet, von Massagen bis hin zu Physiotherapie auf Rezept.
Neben dem Effekt, Arbeit und Bewegung vor Ort zu verbinden, tägliche Routinen zu durchbrechen und Zeit zu sparen, bietet sich auch die Chance, den Campus durch neue Begegnungen auf andere Weise zu erleben.

Frau Meßner, was bewegt Campusunternehmen wie die Eckert & Ziegler BEBIG GmbH, am Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements auf dem Campus mitzuwirken?
Mit unserer Mitwirkung im BGM-Steuerungskreis Gesundheit und fachlichen Arbeitskreisen möchte sich unser Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber profilieren. Wir versprechen uns davon Wettbewerbsvorteile bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Als Personalverantwortliche eines Unternehmens mit knapp 100 Angestellten weiß ich um die wachsenden Anforderungen an die Flexibilität und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiter. Das moderne Arbeitsleben verlangt motivierte und engagierte Mitarbeiter, die sich mit ihren Aufgaben und dem Unternehmen identifizieren. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass das Arbeitsumfeld für den Erhalt der Gesundheit förderlich ist. Als mittelständisches Unternehmen freuen wir uns über die auf dem Campus gebotene Möglichkeit, gemeinsam mit kompetenten Partnern ein betriebliches Gesundheitsmanagement zu etablieren, ohne es selbst im Unternehmen aufbauen zu müssen.

Wir danken unseren Interviewpartnern Eileen Bauer, CampusVital; Dana Lafuente, Referentin des administrativen Vorstands des MDC; Andrea Meßner, Eckert & Ziegler BEBIG GmbH und Dr. Ulrich Scheller, BBB Management GmbH.

Interview: Christine Minkewitz, Annett Krause

Quelle: buchinside 1/16

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