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Damit der Wirkstoff richtig wirkt

17.02.2016 / Die celares GmbH gehört seit mehr als zehn Jahren zu den international führenden Unternehmen auf ihrem Gebiet. Das Bucher Unternehmen hat sich auf die chemische Modifikation von biopharmazeutischen Wirkstoffen spezialisiert, die bei schwer therapierbaren Erkrankungen wie Krebs, Rheuma oder Hepatitis C eingesetzt werden.

GMP_Celares

Foto: GMP-Produktion im Reinraum von celares. (Foto: celares GmbH)

Biopharmazeutika werden nicht in Form von Kapseln oder Tabletten verabreicht und über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen, sondern meist direkt in die Blutbahn oder ins Muskelgewebe gespritzt. Dort sind sie den körpereigenen Abwehrmechanismen ausgesetzt und können allergische oder Abstoßungsreaktionen durch das Immunsystem auslösen. Die celares GmbH modifiziert die biopharmazeutischen Wirkstoffe mit Polymeren, genau Polyethylenglykolen (PEG), um diese Effekte weitestgehend  abzustellen. Durch die sogenannte PEGylierung werden die Biopharmazeutika mit einer Art Schutzhülle ausgestattet. Diese sorgt dafür, dass die Wirkstoffe dort im Körper ankommen, wo sie wirken sollen, ohne vorher durch Abbauenzyme oder vom Immunsystem zerstört zu werden. Dies hilft, die Dosierung und die Nebenwirkungen von Biopharmazeutika deutlich zu verringern.

Eine weitere Wirkstoffgruppe, mit der sich die celares GmbH seit zwei Jahren intensiv beschäftigt, sind sogenannte Antibody Drug Conjugates (ADC). Hierbei werden hochtoxische Stoffe, die beispielsweise zur Bekämpfung von Tumoren eingesetzt werden, an spezifische Antikörper gekoppelt, die das „Gift“ gezielt zur Krebszelle transportieren und dort freisetzen.

Neuer Partner: Merck Millipore

Ursprünglich war es Ziel des Unternehmens, eigene patentierte PEG-Reagenzien zu entwickeln und deren Nutzung auszulizenzieren. Doch celares hat sich schnell darauf spezialisiert, schon vorhandene PEGs an die Wirkstoffe seiner Kunden zu koppeln. Zu denen zählen internationale Pharma- und Biopharmaunternehmen sowie Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Hat ein Unternehmen einen Wirkstoff entwickelt, der Probleme hinsichtlich Halbwertszeit, Immunogenität oder Löslichkeit bereitet, entwickelt celares maßgeschneiderte Modifikationen.

Je passgenauer die Chemie dabei an den Wirkstoff gekoppelt wird, desto besser ist später die Wirkung im Patienten. Die 17 hochqualifizierten Mitarbeiter von celares bringen hierfür die Erfahrung und das spezielle Know-how mit. „Die Kunden kommen zu uns, weil sie mit ihrem Produkt ein bestimmtes Problem haben, und wir entwickeln die Lösung“, erklärt Dr. Frank Leenders, einer der drei Gründer und Geschäftsführer der celares GmbH. Dabei begleitet die Firma den gesamten Prozess von der ersten Machbarkeitsstudie bis hin zur Herstellung des Endprodukts beim Kunden. „Durch die chemische Verbesserung der Wirkstoffe steigen die Chancen, dass daraus ein wirksames Medikament wird.“

Auf diese Expertise ist jetzt auch Merck Millipore, die Life Science Sparte der Merck KGaA, aufmerksam geworden. Merck Millipore bietet ein breites Spektrum an PEGs und anderen Hilfsstoffen an – celares verfügt über das spezialisierte Wissen, um die PEGs möglichst wirkungsvoll zur Verbesserung der Arzneimittel einzusetzen. Im Juni dieses Jahres haben Merck Millipore und celares eine Marketingkooperation unterzeichnet. „Wir sind eine sehr kleine Firma mit sehr spezieller Expertise. Durch die Zusammenarbeit mit Merck Millipore können wir uns auf dem internationalen Markt noch besser positionieren“, erklärt Dr. Leenders. „Gleichzeitig verhelfen wir den Kunden, schneller mit ihrem Produkt auf den Markt zu kommen.“ Mit Merck Millipore und dem japanischen Unternehmen NOF gehören jetzt die beiden weltweit führenden Hersteller von aktivierten PEG Reagenzien zu den Partnern von celares.

Herstellung eigener Reagenzien

Um wirtschaftlich unabhängiger zu werden, will die celares GmbH künftig auch wieder verstärkt eigene Produkte entwickeln. Dazu steht eine eigene Herstellungsanlage zur Verfügung. „Die Prozessentwicklung für Kunden ist meist auf ein bis zwei Jahre angelegt, so dass immer zeitgleich neue Projekte akquiriert werden müssen“, sagt Frank Leenders. „Die letzte Finanzkrise hat selbst große Kunden von uns getroffen – ein zweites Standbein könnte uns da etwas mehr Unabhängigkeit bringen. Hinzu kommt, dass Projekte immer wieder aus strategischen Gründen vorzeitig abgebrochen werden. Deswegen konzentrieren wir uns zusätzlich wieder auf die Herstellung eigener Produkte.“ Dem Campus in Buch wollen sie auch in Zukunft treu bleiben. „Wir erleben das Campusmanagement seit über zehn Jahren als zu 100 Prozent verlässlichen Partner, der uns bei allen Vorhaben unterstützt.“

Text: Alexandra Lethgau

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