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Auf dem Weg zur Green Health City - Erster Energie- und Klimaworkshop in Berlin-Buch

02.02.2016 / Die großen Arbeitgeber in Buch, der Campus Berlin-Buch und das HELIOS Klinikum, sind in den vergangenen Jahren bereits erste Schritte gegangen, Energie noch effizienter und klimaschonender einzusetzen. Vattenfall hat rund zehn Millionen Euro in die Optimierung der lokalen Energieerzeugung investiert und im Bucher Heizkraftwerk eine hocheffiziente Gas- und Dampfturbinenanlage installiert. Mit der neuen Technologie, die den CO2-Ausstoß um mehr als 20.000 Tonnen pro Jahr reduziert, ist der Standort auf dem Weg, Leuchtturm für nachhaltige Wärmeerzeugung zu werden. Doch längst sind nicht alle Potenziale für den Klimaschutz ausgeschöpft. Hinzu kommt, dass der Campus mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen weiter wachsen wird und in der Region langfristig bis zu 2.500 neue Wohnungen entstehen sollen.

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Foto: Herzstück der neuen Gas- und Dampfturbinenanlage im Heizkraftwerk Buch (Foto: Camay Sungu)

Auf Initiative von Bezirksstadtrat Jens Holger Kirchner und vorbereitet von der Planergemeinschaft Kohlbrenner eG, fand daher Ende vergangenen Jahres auf dem Campus Berlin-Buch der erste Energie- und Klimaworkshop des Gesundheitsstandorts statt. Am Workshop nahmen Vertreter des Bucher Wirtschaftsnetzwerks teil: Campus Berlin-Buch, HELIOS Klinikum, Ludwig-Hoffmann-Quartier und HOWOGE sowie die Energieversorger Vattenfall, Gasag und Stromnetze Berlin.

Effiziente Energienutzung
Auf dem Weg zur Klimaneutralität setzt Vattenfall auf eine Schlüsseltechnologie: effiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen. Langfristig sollen diese mit einem wachsenden Biomasseanteil gespeist werden und flexibel in der Lage sein, überschüssigen Strom in Wärme umzuwandeln (Power-to-district Heat). Das Bucher Heizkraftwerk, das bereits jetzt einen zertifizierten Primärenergiefaktor von 0,29 erreicht, ist demnach für die Zukunft gerüstet. Die derzeitige Kapazität, die erlaubt, neben den großen Bucher Unternehmen bis zu 16.000 Haushalte mit Fernwärme und Strom zu versorgen, ließe sich für die geplanten Wohnstandorte erweitern.

Verbundsystem für Fernkälte
Für den Campus steht jedoch nicht die Wärmezufuhr, sondern die Versorgung der einzelnen Forschungsbereiche mit Kälte im Vordergrund. Die Kühlung der Hochtechnologie-Einrichtungen erfolgt derzeit noch über drei unabhängige Systeme. Um die Energie effizient einzusetzen, wird angestrebt, diese Systeme zu koppeln. Erste Überlegungen eines „kleinen“ Fernkältenetzwerkes wurden bereits mit Vattenfall diskutiert, das einen geplanten Wärmespeicher zu diesem Zweck technisch erweitern könnte. Vom Fernkältenetzwerk versprechen sich die Campus-Akteure, dass die Anlagen insbesondere zu Spitzenzeiten ausreichend mit Kälte versorgt und Spitzen über das Netz abgefangen werden können. Im Verbundsystem würden Wartungs- und Instandhaltungskosten sowie die Betriebskosten sinken, da effizientere und größere Maschinen eingesetzt werden könnten. Mit diesen Voraussetzungen könnten in Zukunft auch alternative Möglichkeiten der Kälteversorgung genutzt werden. Im Bereich der Lüftung ließe sich zum Beispiel Energie durch automatisierte Luftwechselraten einsparen. Um ein solches Fernkältenetzwerk ökonomisch realisieren zu können, bedarf es allerdings weiterer Partner.

Anhand der Inputreferate und der Darstellungen der Teilnehmenden kristallisierte sich das Kältenetzwerk, das bereits mit den Akteuren vor Ort diskutiert wird, als Themenschwerpunkt heraus. Die Beteiligten vereinbarten, das Thema weiterzuverfolgen und Berlin Partner hinzuzuziehen. Da in Buch viele engagierte Akteure zusammenarbeiten, bietet es sich an, ein Klimaschutzkonzept „von unten“ zu erarbeiten und gemeinsam Fördermöglichkeiten zu eruieren. Die anwesenden Vertreter der BBB Management GmbH und des HELIOS Klinikums zeigten sich bereit, ein solches Konzept für Buch voranzutreiben.

Smart-City-Projekte
Gerade im Hinblick auf die Bedeutung Buchs als Zukunftsort und Transformationsraum mit der Vision einer Green Health City könnte Buch zu einem Modellstandort für Smart-City-Projekte werden. Zur Weiterführung des Prozesses werden 2016 drei Workshops organisiert. Es wird unter anderem eine Folgeveranstaltung zu einem Klimaschutzkonzept in Buch geben, eine Veranstaltung zu Mobilität und Verkehr mit Fokus auf ein lokales Call-a-Bike-System (Anbindung von Forschungs- und Klinikcampus an die S-Bahn) sowie einem Vertiefungsworkshop zu Klimaschutz und Energie mit Schwerpunkt Windenergie und Photovoltaik.

Text: Dr. Ulrich Scheller, Christine Minkewitz

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